Vorm Urlaub noch einen Blogbeitrag schreiben, steht auf meiner To-do-Liste. So viel Zeit habe ich dafür jetzt nicht mehr. Und überhaupt: Solche To-do-Listen – machen die eigentlich Spaß? Spaß macht es mir immer, wenn ich einen Punkt auf der Liste als „erledigt“ abhaken kann. Aber diesen Blogbeitrag will ich natürlich nicht abhaken, sondern möchte ja Spaß beim Tun haben. Viele Themen gingen mir im Vorfeld durch den Kopf: Schreibe ich über den nahenden Herbst, den vergangenen Sommer, übers Singen (das ich neu angefangen habe) oder über die Aussicht auf Freiraum im Urlaub? Nichts ließ die Lampe in meinem Kopf aufleuchten mit einem: „Hey! Genau das ist es!“

Das Warten auf Geistesblitze kann manchmal ganz schön nervig sein. Ich fühle mich dann wie so eine zerknüllte Papiertüte: nichts (mehr) drin, was interessant sein könnte, und faltig obendrein. Vielleicht brauche ich die kommenden freien Tage, um mich so ganz ganzheitlich zu recken und zu strecken, die inneren Wände zu glätten und zu weiten und mich wieder aufnahmefähig zu machen. Wobei „aufnahmefähig“ auch schon wieder nach Arbeit und Anspruch klingt – vielleicht ist es eher ein Zu-mir-selbst-Kommen, weil es für kurze Zeit keine To-do-Listen gibt, keine akuten Pläne, nur das Jetzt. Jetzt ist Sonne: also raus! Jetzt ist Regen: also im Bett bleiben. So einfach kann das Leben sein. Und in dieser Vereinfachung ist dann der Raum, mich zu öffnen, zu hören und zu schauen – nach außen und nach innen – und mich finden zu lassen von dem, was mich finden will.

Wenn ich mir das jetzt so vorstelle, steigert das auf jeden Fall meine Vorfreude auf die vor mir liegende Zeit! Die Kunst ist natürlich, solchen Phasen des Zu-sich-selbst-Kommens einen Platz im Alltag einzuräumen. Sich kreativ zu betätigen, ist dafür prima geeignet – und auch das Singen, wie ich in den letzten Wochen zu meiner Freude feststellen durfte. So gehört auf jede To-do-Liste wohl auch das Stichwort „Muße“.

Alternativer Bildtex

Innenwelten.

Muße

Ausdehnen
weiten
weit ausdehnen
in alle Richtungen
und dann zum Kern kommen
einsammeln anschauen an roten Fäden ziehen und lächeln