Früher hieß es Tafel, heute heißt es Whiteboard: Wir schreiben etwas hin und wischen es wieder weg. – Das Flüchtige interessiert mich mehr als das Statische, das Filigrane mehr als das Kolossale …

Dauernd ist uns kalt, und ob wir einen hellen, freundlichen Herbsttag erwischen, ist derzeit eher Glückssache. Gerade empfinden wir die Heizung und das elektrische Licht als Segen der Zivilisation – aber vielleicht nicht nur, weil sie uns erlauben, den alltäglichen Wahnsinn ohne Unterbrechung fortzusetzen …

Manchmal ist Schreiben für mich der Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, mir Klarheit über etwas zu verschaffen, der Versuch, Dinge, die ich nicht verstehe, schreibend dann doch zu begreifen, Waberndem eine Form zu geben.

„Es soll ja Leute geben, die nicht an den Gott der Poesie glauben. Aber ich weiß, dass er existiert.“ Das sagte Michael Krüger, der ehemalige Verleger des Hanser Verlages und selbst ein Dichter, in einem Interview mit dem Magazin brand eins (Ausgabe 11/2016).

Poetisches muss nicht unbedingt ernst sein. Der spielerische Umgang mit Worten oder Buchstaben findet sich schon in Kinderliedern wie „Auf der Mauer, auf der Lauer“ und nicht zuletzt in der Buchstabensuppe. Im Grunde geht es um die Fantasie, die es erlaubt, sich mal was zu erlauben, Dinge in ungewohnte Kontexte zu stellen und ins Freie zu galoppieren.

Profilbild Edda Hattebier

 
Hier schreibt Edda Hattebier.

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