Manchmal ist Schreiben für mich der Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, mir Klarheit über etwas zu verschaffen, der Versuch, Dinge, die ich nicht verstehe, schreibend dann doch zu begreifen, Waberndem eine Form zu geben.

„Es soll ja Leute geben, die nicht an den Gott der Poesie glauben. Aber ich weiß, dass er existiert.“ Das sagte Michael Krüger, der ehemalige Verleger des Hanser Verlages und selbst ein Dichter, in einem Interview mit dem Magazin brand eins (Ausgabe 11/2016).

Poetisches muss nicht unbedingt ernst sein. Der spielerische Umgang mit Worten oder Buchstaben findet sich schon in Kinderliedern wie „Auf der Mauer, auf der Lauer“ und nicht zuletzt in der Buchstabensuppe. Im Grunde geht es um die Fantasie, die es erlaubt, sich mal was zu erlauben, Dinge in ungewohnte Kontexte zu stellen und ins Freie zu galoppieren.

Gestern, am 23. Januar, war der Internationale Tag der Handschrift. Ja, den gibt es wirklich. Ich gehöre zu den Menschen, die sehr gerne mit der Hand schreiben. Manches begreife ich besser, wenn es schon einmal den Weg vom Gehirn oder aus dem Herzen durch die Hand aufs Papier genommen hat. Und manches haben andere so schön und tiefsinnig formuliert, dass ich es in meinem Notizbuch oder auf einem besonderen Blatt in einer besonderen (Hand-)Schrift festhalte, damit es mir ab und zu wieder „in die Hände fallen“ kann und mich erfreut – wie das wunderbare Haiku der japanischen Dichterin Teijo Nakamura (1900–1988).

„Tabula rasa“ – mir gefällt dieser Ausdruck, er kommt gelegentlich in meinen Texten vor. Denn mir gefällt die Vorstellung: Tabula rasa – der ursprüngliche Zustand der Seele vor den ersten Einflüssen durch Eindrücke und Erfahrungen, sagt die Philosophie. „Eindrücke“, ein Wort, das dazu passt. In uns wird etwas hineingedrückt, wir werden „geprägt“, was ja auch ein Eindrücken ist, eine Formung, ein Geformtwerden. Damit betreten wir nun ein ziemlich weites Feld:

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Hier schreibt Edda Hattebier.

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