Das neue Jahr ist schon zwei Wochen alt, irgendwann hören wir auf, den Menschen ein „frohes neues“ zu wünschen, der Alltag hat wieder Einzug gehalten.
Ich habe mir noch im alten Jahr einen neuen sogenannten Motivstanzer geschenkt, mit dem ich kleine Quadrate „ausstechen“ kann (ähnlich wie Plätzchen aus einem Teig). Dann konzentrierte ich mich eine Zeit lang auf Gesichter in Zeitschriften und Flyern, sammelte die kleinen Ausschnitte und ordnete sie schließlich auf dem Papier an. Wie verschieden sie doch sind, einmalig, individuell.
Wie „einmalig“ wir Menschen wirklich sind, kann uns in der Begegnung mit anderen bewusst werden. Wir tauschen uns aus, erfahren, was anderen widerfährt, was sie davon halten und wie sie damit umgehen. Wir stellen fest, wo wir uns ähnlich sind und wo wir unterschiedliche Ansichten haben. Manchmal müssen wir Toleranz aufbringen im Kontakt mit anderen, manchmal sind wir in unserer „Blase“, fühlen uns darin sicher und wohl und akzeptiert. Und ein anderes Mal treffen wir auf eine Person, die uns etwas ganz Neues und Interessantes zu berichten hat, und wir spüren förmlich, wie unser Horizont sich dehnt.
Kommunikation ist ein weites Feld, zu weit für eine erschöpfende Betrachtung in einem Blogbeitrag. So wähle ich hier und heute nur einen kleinen Ausschnitt (mit runden Ecken). Beim Blick auf das neue Jahr kamen mir nicht allerlei gute Vorsätze in den Sinn, es waren Wünsche, unter anderem der nach Begegnung und Verbindung. Es ist ja nicht immer leicht, die Menschen zu finden, mit denen ein tief(er)gehender Austausch gelingt. Sich wirklich verstanden zu fühlen, ist etwas Besonderes – jedenfalls für diejenigen, die das Bedürfnis danach haben. Small Talk mag das „Schmiermittel“ sein, um mit anderen leicht in Kontakt zu treten. Dass daraus ein inniges Gespräch wird, ist nicht gesagt und vielleicht sogar eher die Ausnahme als die Regel (zumindest für eine nur mäßig begabte Small Talkerin wie mich).
Ich werde jetzt nicht wieder den Schlenker machen zu den „Lenkern“ der Welt, die sich lieber mal zu wirklich ganz ernst gemeinten Friedensgesprächen zusammensetzen sollten, statt weiter die Messer zu wetzen und ihre imaginierten Haben-wollen-Landkarten zu zeichnen. Ich richte meinen Blick hoffnungsfroh nach vorn: Möge dieses Jahr ein Jahr voller tragender Verbindungen und Beziehungen werden; mögen wir immer wieder Menschen begegnen, mit denen wir uns etwas zu sagen haben, und mögen welche darunter sein, die uns verlässlich begleiten in leichten und schwereren Zeiten. Wenn wir uns wirklich einlassen, kann es spannend werden.
Same but different.
So übers Jahr
Der Menschen Namen
in den Wald gesprochen
nur kurz einen Hauch
Buchstaben in die
Ewigkeit senden
dein Name ihre Namen
in den Wald gesprochen
flattern wie Vögel
setzen sich nieder ins Geäst
putzen ihr Gefieder
dein Name ihre Namen
bauen Nester
bebrüten neue Gelege
aus Buchstaben und Worten und
Sinn
in den Wald gesprochen
und gehört

