Das blaue komma ist nun ziemlich genau ein Jahr alt! Die ersten Einträge veröffentlichte ich im April 2018. Ein Jahr ist vergangen, wieder ist April, wieder ist Frühling. Wir können ganz untätig sein – und die Zeit vergeht doch. Sie ist flüchtig. Nicht fassbar. Außer an Zeichen um uns herum.
„Es soll ja Leute geben, die nicht an den Gott der Poesie glauben. Aber ich weiß, dass er existiert.“ Das sagte Michael Krüger, der ehemalige Verleger des Hanser Verlages und selbst ein Dichter, in einem Interview mit dem Magazin brand eins (Ausgabe 11/2016).
Während wir noch ganz eifrig unseren diversen Beschäftigungen nachgehen und sich die Vorweihnachtszeit vor uns auftut, die manche in Hektik versetzt, andere in Entzücken und wieder andere so gar nicht interessiert, zieht sich die Natur in ihre Ruhephase zurück. Sie hat für dieses Jahr genug getan und mit der großen Trockenheit ihre eigenen Anstrengungen erlebt.
Nur hier und da gönnt sie uns noch einen Tupfen Farbe …
Wir erleben gerade die sogenannten Hundstage, die heißesten Tage des Jahres. Und tatsächlich verspüren derzeit nicht mal die Hunde große Lust, sich zu bewegen. Wobei der Name „Hundstage“ zurückgeht auf das Sternbild „Großer Hund“ (Canis Major), nicht auf die plötzlich auftretende Faulheit bestimmter Haustiere.
„Tabula rasa“ – mir gefällt dieser Ausdruck, er kommt gelegentlich in meinen Texten vor. Denn mir gefällt die Vorstellung: Tabula rasa – der ursprüngliche Zustand der Seele vor den ersten Einflüssen durch Eindrücke und Erfahrungen, sagt die Philosophie. „Eindrücke“, ein Wort, das dazu passt. In uns wird etwas hineingedrückt, wir werden „geprägt“, was ja auch ein Eindrücken ist, eine Formung, ein Geformtwerden. Damit betreten wir nun ein ziemlich weites Feld:

