So vieles ist anders in diesen Tagen und Wochen – und tritt nicht doch schon eine gewisse Krisengewöhnung ein? Der erste Schrecken ist vorüber, der Körper sendet nicht mehr dauernd „Alarm!“ und einige erleben diese Zeit sogar als heilsam: raus aus dem Hamsterrad, mal runterkommen, Dinge in Ruhe erledigen, nicht mehr unter Dauerstress. Doch für viele mag es jeden Tag wieder eine Gratwanderung sein …

Wahr-nehmen

08.08.2019 | Natur, Stille, Tiere

„Ich sehe was, was du nicht siehst …“ – ein beliebtes Spiel, vor allem auf langweiligen Autofahrten in den Urlaub. Ich sehe was, was du nicht siehst – das sagt auch meine Fantasie zu mir.

Manche Texte sprechen in Rätseln. Auch meine eigenen sprechen gelegentlich in Rätseln zu mir. Zwar habe ich sie selbst geschrieben, doch offenbaren sie sich mir nicht ganz. Ich spüre, dass sie „stimmen“, doch kann ich sie nicht bis ins Letzte deuten. Aber muss ich alles von meinen Texten wissen?

Wir befinden uns gerade in einer besonderen Zeit zwischen Altem und Neuem, Dunkelheit und Licht. Vielleicht hat uns das alte Jahr erschöpft und das neue soll uns neue Kraft geben, heller sein, leichter, großartiger oder einfach nur ruhiger. Vielleicht war es ein erfolgreiches Jahr, erfüllte Monate voller schöner Ereignisse, und das möge nun natürlich so weitergehen.

Neulich tat ich einen Schritt – und er ging ins Leere. Eine Treppenstufe zu übersehen lehrte mich nicht gleich das Fliegen, wohl aber die Fragilität der körperlichen Unversehrtheit. Mit Glück im Unglück, mit Schiene und Krücken hatte ich auf einmal viel Zeit zum Sitzen und Schauen.

Profilbild Edda Hattebier

Hier schreibt Edda Hattebier.

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